Arbeitsweise

Arbeitsweise

.

Ich arbeite in meinen Bildern abstrakt, einer Malweise, in der alles möglich ist.

Dabei nehme ich mir die Freiheit, alle Regeln über Bord zu werfen und im intensiven Dialog mit der Leinwand mein Bild zu entwickeln und die Emotionen des „Moments“ einfliessen zu lassen. Bevor ich ein Werk beginne weiss ich nie genau, wohin es mich führt oder wie das Ergbnis des Malprozesses aussehen wird. Die Freude am kreativen Tun und das Experimentieren mit Farben, Materialien, Formen, Strukturen, Ideen und der Bildgestaltung stehen dabei im Vordergrund.

Ich arbeite sowohl zuhause in meinem Studio, als auch draussen, in den endlosen und immer wechselnden „Natur Ateliers“.

Manchmal starte ich mit einer groben Idee, einem Gefühl oder einem „inneren Bild“, dass mir vorschwebt. Andere Male wähle ich als Ausgangspunkt eine bestimmte Technik, ein Foto oder eine Farbkombination, die mich anspricht.

In den letzten Jahren inspirierten mich besonders unterschiedliche Oberflächen, die von Natureinflüssen geformt sind: sichtbar u.a. bei Wasser, Sanddünen, Holz, Baumrinden und geologisch verformten Felsstrukturen mit ihren tiefen Klüften und Schrunden. Aber auch Oberflächen von alten Wänden, Kacheln, rostigen Türen und Objekten mit eigener Geschichte dienen mir bei manchen Werken als Bildidee. Dabei versuche ich, die Vielschichtigkeit des Untergrundes, das Werden und Vergehen, die Transformation durch Wettereinflüsse und die morbide Schönheit des Verfalls experimentell umzusetzen und ästhetisch sichtbar zu machen.

Mit Spachtel, Pinsel oder blossen Händen trage ich die Farbe auf die Leinwand auf und gebe Wasser, Binder, Pigmente sowie Fuellmaterialien wie Steinmehle, Sand, Asche oder Kaffeepulver hinzu. Die sich bildenden „Farblandschaften“ und Texturen werden dynamisch bewegt und bearbeitet, bis sie sich zu einer reliefartigen Gestaltung verdichtet haben.

Häufig arbeite ich lasierend in sehr vielen Schichten, um mehr visuelle Tiefe zu erzeugen oder benutze zum Aufbrechen der Oberflächen Leinöl, Lösungsmittel, Beizen und Knochenleim.

In Ergänzung dazu integriere ich sowohl Collage Elemente wie Papiere, Wellpappe, Zeitung, Holz, Stoffe, Netze oder Rinde als auch Symbole, Zahlen, Buchstaben und Textfragmente aus verschiedenen kulturellen Zeit- und Sprachräumen (Europäisch, Arabisch, Chinesisch, Hindi, Rhunenalphabet).

Es stellt nicht nur eine ästhetische und bildsprachliche Bereicherung der Gesamtkomposition dar, sondern diese Elemente werden bewusst eingesetzt, um den Betrachter zu einem bestimmten Weg der Interpretation zu führen.